Ein verrücktes Joyce-Wochenende

Joyce Hübner wird ihren 245. Marathon in der Tannenstraße in Dietzenbach-Steinberg beenden. Dies ist Grund genug, unseren Lauftreff einmal vom üblichen Punkt in der Etruskerstraße zu verlegen, um Joyce dort zu empfangen.

Joyce Hübner ist ein 37jähriges „Running Girl“ aus Berlin, die sich vorgenommen hat, alle 2059 Städte in Deutschland zu erlaufen – jeden Tag einen Marathon, bis insgesamt 459 Marathons zusammen sind. Bis sie in Dietzenbach ankommt, hat sie mit ihrem Städtetrip-Projekt schon 244 Marathons beendet, in Dietzenbach endet der 245. Marathon und es beginnt am Sonntag der 246. Marathon.

Um dieses Ultra-Laufevent ein klein wenig zu begleiten, haben wir beschlossen, den Lauftreff an diesem Tag ans Ende der Tannenstraße zu verlegen und einen Zieleinlauf aufzubauen mit Pavillon und Verpflegung. Jeder Zuschauer bekam ein Fähnchen in die Hand, um damit zum Zieleinlauf zu winken.

Die Walker sind an diesem Tag schon früher gestartet und waren von ihrer Runde schon zurück, die Läufer, die Joyce entgegenlaufen wollten, sind um 13:30 gestartet und haben sie in Neu-Isenburg getroffen, wo Dieter sein Schlüsselerlebnis hatte, das er wohl so schnell nicht wieder vergisst. Die ganze Gruppe ist dann durch die B 459 getrennt worden, Joyce ist weitergelaufen und der Rest musste auf eine freie Fahrbahn warten und ist dann direkt zum Zieleinlauf weitergelaufen.

Als Joyce dann über die „Ziellinie“ lief, jubelten ihr alle Anwesenden zu. Leider lief sie direkt weiter zu ihrem Auto, das weiter oben in der Tannenstraße parkte. Wie sich herausstellte, war dort laut ihrer Streckenplanung das exakte Tagesziel. Unser Läufer und Bürgermeister Dieter lies es sich nehmen und überreichte ihr als Begrüßungsgeschenk den „Dietzenbacher Stadtsäckel“, bevor sie zur Regeneration unmittelbar in ihr Hotel fuhr. Das hat uns allerdings nicht davon abgehalten, die bereitgestellten Getränke und Verpflegung dann gemeinsam zu leeren. Ein Mitläufer von Joyce, der sie bereits bei 18 Marathons begleitet hat, blieb bei uns und freute sich über die Zielverpflegung. Er wurde dann von Margot noch zur S-Bahn gefahren.

Am nächsten Morgen war dann Treffpunkt in der Tannenstraße für den 246. Marathon. Weil Sonntag war, hatten wohl sehr viele aus der Region und von weiter weg Lust und Zeit Joyce zu begleiten. Auch 7 Tapfere vom SC Steinberg waren dabei. Als Joyce und ihr Partner pünktlich um 9:00 Uhr eintrafen, waren sie von der Resonanz sichtlich überrascht. Ihr Partner, den sie kokettierend stets als Praktikant bezeichnet, übernahm etwas apathisch die Einweisung des Teilnehmerkreises. Auch wenn Joyce die Anwesenheit unseres Bürgermeisters wenig Bedeutung schenkte, übernahm er souverän die Begrüßung und die Verabschiedung der Läufer.

An diesem Tag führte ihr Marathon bis nach Seligenstadt und es ging dann entlang des Mains zurück bis zum Zielort Offenbach-Rumpenheim. Auch unterwegs gab es wieder ein paar kuriose Erlebnisse mit Joyce und ihrem Praktikanten. Horst und Michael können hierüber ausführlich berichten, denn sie liefen den 246. Marathon tatsächlich bis zum Ende mit. Etwas wehmütig stellte Michael am Ende fest, dass seine Uhr zwischenzeitlich den Geist aufgegeben hatte.

Ich denke, einige werden die täglichen kräftezehrenden Marathonläufe von Joyce weiter im Internet verfolgen und drücken wir ihr die Daumen, dass sie ihr Ziel gesund und ohne körperliche Folgeschäden erreicht.

Autorin: Ute Fischer